Langsamer Stoffwechsel – gibt es das wirklich?

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Viele Menschen sind überzeugt, einen langsamen Stoffwechsel zu haben. Besonders wenn das Abnehmen schwer fällt, entsteht schnell der Eindruck:

„Andere können essen was sie wollen – mein Stoffwechsel ist einfach zu langsam.“

Doch stimmt das wirklich? Oder gibt es andere Gründe für diese Unterschiede?


Was mit Stoffwechsel gemeint ist

Wenn Menschen von ihrem Stoffwechsel sprechen, meinen sie meist den täglichen Energieverbrauch des Körpers.

Dieser setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Grundumsatz
  • Alltagsbewegung
  • Sportliche Aktivität
  • Thermischer Effekt der Nahrung

Der größte Anteil entfällt auf den Grundumsatz, also die Energie, die dein Körper für lebenswichtige Funktionen benötigt.


Wie stark unterscheiden sich Menschen wirklich?

Zwischen Menschen gibt es tatsächlich Unterschiede im Energieverbrauch. Diese sind jedoch meist kleiner als viele denken.

Die größten Einflussfaktoren sind:

  • Körpergröße
  • Körpergewicht
  • Muskelmasse
  • Geschlecht
  • Alter

Wenn diese Faktoren berücksichtigt werden, liegen die Unterschiede oft nur bei einigen hundert Kalorien pro Tag und begründen keinen grundsätzlich langsamen Stoffwechsel.


Warum manche Menschen mehr essen können

Viele Menschen wirken so, als könnten sie „essen was sie wollen“. Der häufigste Grund dafür ist jedoch nicht der Stoffwechsel, sondern:

  • mehr Bewegung im Alltag
  • unbewusst höhere Aktivität
  • mehr Muskelmasse

Dieser Effekt wird in der Wissenschaft häufig mit NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis) beschrieben.


Wann ein langsamer Stoffwechsel tatsächlich vorkommen kann

Ein wirklich ungewöhnlich niedriger Energieverbrauch bzw. langsamer Stoffwechsel kann selten auftreten, zum Beispiel bei:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • bestimmten Erkrankungen
  • sehr geringer Muskelmasse

Solche Fälle sind jedoch deutlich seltener als viele vermuten.


Fazit

Ein „langsamer Stoffwechsel“ existiert grundsätzlich, aber er ist viel seltener die Ursache für Gewichtsprobleme als oft angenommen.

Viel wichtiger sind:

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